Gehaltsangaben bei einer Bewerbung

Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Im Gegensatz zu anderen Ländern gehen wir in der Schweiz mit unserem Gehalt sehr diskret um. Mit Google Jobs müssen die Firmen heutzutage den Gehalt in der Stellenanzeige von Vorteil bekannt geben, oder Google nimmt das selbst vor und publiziert als Gehalt für die Stelle als Durchschnittswert. Es gibt bereits heute schon Unternehmen, die die Gehaltsvorstellungen des Bewerbers vor dem Job-Interview wissen wollen. Mit dem wollen wir sagen, dass sich die Bekanntgabe des Lohnes auf beiden Seiten vor dem Bewerbungsgespräch auch in der Schweiz ganz langsam etablieren wird.

Das Gehalt im Lebenslauf von sich auch angeben oder nicht, ist eine reine Geschmacks- und Persönlichkeitsfrage. Geben Sie es freiwillig an, kann das vom Gegenüber als forsch empfunden werden, oder auch als etwas Positives angesehen werden, da der Personaler klar weiss, was ihn erwartet.

Wir denken, dass die Bekanntgabe des Gehalts nicht schadet, solange man mit dem Gehalt nicht über die Stränge haut und man auch weiss, was die Stelle so ungefähr im Mark wert ist. Aber Sie machen sicher nichts Falsches, wenn Sie kein Lohn im CV oder Motivationsschreiben angeben. Ausser wenn die Firma vor dem Gespräch, resp. bei der Bewerbung von Ihnen den Lohn verlangt, müssen Sie von Vorteil eine Gehaltsvorstellung angegeben. Machen Sie das nicht, riskieren Sie vorzeitig aus dem Bewerbungsprozess ausgeschlossen zu werden.

Will die Unternehmung vor dem Interview und in der Bewerbung Ihren Gehalt wissen, stellt sich für uns vielmehr die Frage, was für eine Zahl angeben? Wie beschreiben Sie geschickt Ihre Salärvorstellungen ohne aus dem Prozess der Bewerbung herauszufliegen.

Dazu ein paar Tipps wie das Gehalt im Lebenslauf oder Bewerbungsschreiben bekannt geben:

Die selbstbewusste Variante: Sie nennen eine konkrete Forderung inkl. Bonus und/oder Nebenleistungen. Diese Variante ist für beide Seiten transparent und klar. Das Risiko dabei ist, dass sie mit den Vorstellungen der Unternehmung zu hoch ist.

Die elegante Variante: Sie geben einen Von-Bis Betrag und schreiben beim Betrag, dass die Gehaltsangaben als Verhandlungsbasis gelten. Das ist, so finde ich es zumindest, die eleganteste Lösung den Gehalt vor dem Gespräch und Kennenlernen der Firma anzugeben.

Die Ausweich-Variante: Wird von der Firma den Lohn im CV oder Bewerbungsschreiben verlangt, so können Sie dem auch ausweichen und im Schreiben erläutern, dass du beim persönlichen Gespräch gerne bereit sind, über deine Gehaltsvorstellungen zu sprechen. Das ist auch eine Variante, wobei wir da wissen, dass dies vom Recruiting und Personaler nicht gerne gesehen ist. Somit riskieren Sie auch aus dem Selektionsprozess herauszufliegen.

Die Stillschweige-Variante: Die vierte Variante ist stillschweigend den Lohn in der Bewerbung nicht angeben und darüber hinwegschauen. Diese Variante empfehlen wir nicht, da dies beim Personaler fast wie eine «Gleichgültigkeit» wirken kann.

Die letzte Variante ist, sofern die Firma vor dem Gespräch nicht nach dem Gehalt fragt, die Schreibe-mich- oder Ruf-mich-an Variante. Sie können auf dem Lebenslauf oder Motivationsschreiben vermerken, dass die Firma sich jederzeit bei Ihnen melden und nach dem Gehalt vor dem Gespräch nachfragen kann.

In unseren Coachings empfehlen wir in der Regel die elegante Variante mit folgender Formulierung.

Meine Lohnvorstellungen als Gesprächsgrundlage liegen zwischen 100.000 und 120.000 CHF (Total Kompensation bei 100%). Für mich steht der Lohn nicht an erster Stelle, sondern die Freude an der Tätigkeit. Daher können wir gerne über den Gehalt sprechen und ich bin überzeugt, hierbei eine gute Lösung zu finden.

Wir hoffen etwas Klarheit geschaffen zu haben und wünschen bei Ihrer Bewerbung viel Erfolg.

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