Wer kennt nicht dieses Gefühl der Ungewissheit, wann die Frage nach meinen Schwächen und Stärken im Interview gestellt wird. Schwächen im Vorstellungsgespräch formulieren muss geübt werden. Aber auch wenn Sie sich optimal darauf vorbereiten, die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch beantworten zu können, bleibt ein unangenehmer Faktor. Wie gehen Sie damit um und wie beantworten Sie die Fragen aller Fragen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie gekonnt und meisterhaft die Frage mit perfekten Techniken beantworten können.

Artikel von Daniele Bardaro I Interviewcoach und Bewerbungsexperte I Lesedauer ca. 4 Minuten

Schwächen im Vorstellungsgespräch formulieren – Aber wie?

Warum HR Fachleute nach Schwächen fragen?

Personaler wollen mit der Frage mehr über ihre Hintergründe erfahren. Die Frage ist grundsätzlich nicht böswillig gemeint, aber trotzdem stellt diese Frage jeden Bewerber vor Herausforderungen, sie so gut wie möglich zu beantworten, ohne beim Fragesteller einen negativen Eindruck zu hinterlassen. Bei unseren Trainings für Vorstellungsgespräche gehen wir auf diese Themen etwas vertiefter ein und üben die perfekten Antworten.

Wenn Sie die Frage gestellt bekommen, schauen Sie nicht an die Decke oder beginnen mit einem leichten schmunzeln die Hirnzellen auf Hochtouren bringen. Sie müssen gezielt, klar und verständlich darauf antworten. Je präziser die Antwort, desto weniger Missverständnisse oder negative Eindrücke entstehen.

Zu den Schwächen stehen

Und keine Schwächen anzugeben, wirkt unseriös oder überheblich, wenn nicht sogar unreflektiert. Daher, überlegen Sie sich genau, was Sie für Schwächen, die jeder Mensch hat notabene, angeben möchten. Wenn Sie sich aktiv mit dem Thema «Schwächen im Vorstellungsgespräch» auseinandergesetzt haben, wirken Sie professionell und können einen guten Bewerber für den nächsten Schritt abgeben. Eine gute Vorbereitung zum Job-Interview kann Ihnen einen echten Mehrwert bringen. Seien Sie bei der Frage nach den Schwächen und Stärken im Interview auf der Hut. Aus Ihrem Lebenslauf kann die Frage akribisch vorbereitet werden. Denn die Frage wird von den Rekrutierer oft auch verschleiert gefragt. Als Beispiel: Welche persönlichen Eigenschaften gefallen Ihnen nicht, oder würden Sie gerne ändern. Eine subtile Frage kann auch sein, wie Ihre Freunde oder Arbeitskollegen Sie beschreiben oder kritisieren würden.

Ehrlich bleiben ist die beste Strategie

Sind wir ehrlich, wer kennt seine Schwächen nicht und vermutlich kennen Sie Ihre Schwächen nur zu Gut. Schreiben Sie die im Kontext zu der ausgeschriebenen Stelle auf. Notieren Sie sich 3 bis 5 stichhaltige «Schwächen» und stellen Sie diese im Kontext der Stelle. Keine «Schwächen» sind, die nicht im Kontext der Stelle stehen. Wenn Sie «süsses Essen» als Schwäche angeben, werden Sie vermutlich beim Zuhörer nicht punkten. Und bitte vermeiden Sie im Job-Interview die Angabe der Schwäche «Ungeduld», die von etwa gefühlten 95% der Bewerbenden im Vorstellungsgespräch angeben. Auch «ich bin „zu“ kundenorientiert» oder «ich bin mit meinen Mitarbeitern „zu“ nett» sind nicht echte Schwächen.

Wie geschickt auf die Frage nach Schwächen antworten

Zugeben heisst die Devise

Also heisst hier die Devise: Echte Schwäche zugeben und eingestehen. Sie werden hierfür nicht ausgepeitscht. Ganz im Gegenteil, wenn Sie zeigen, dass Sie sich mit Ihren echten Schwächen auseinandergesetzt haben und wissen wie damit umzugehen, zeigen Sie Maturität und Persönlichkeit und der Linienvorgesetzte oder HR – Fachkraft wird Sie positiv einstufen. Das Ziel der Frage ist, herauszufinden, was Sie mit der Schwäche machen und wie Sie mit der umgehen. Das HR will hören, dass Sie aufgrund der Schwäche etwas lernen. Jetzt gilt es zu wissen, wie Sie die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch gekonnt, professionell und souverän antworten.

Sagen Sie, wo Ihre Schwächen liegen, denn kein Mensch ist perfekt.

Auch eine gute Methode Schwächen anzugeben ist, diese mit Adjektiven wie «hin und wieder» «manchmal» oder «ab und zu» zu verpacken. Eine Erläuterung darüber wie Sie damit umgehen und wie Sie in der Vergangenheit umgegangen sind:

  • Ich bin manchmal etwas zu kritisch, habe aber in der Vergangenheit gelernt offener damit umzugehen, um immer auf einem guten Nenner zu kommen, um so auch die Projekte zum Erfolg zu bringen.

Mit dem Wort «Aber» neutralisieren Sie leicht das vorher Gesagte und legen den Schwerpunkt auf das Erlernte und auf das Ende des Satzes, nämlich «Projekte zum Erfolg bringen». Denn bekanntlich bleibt, dass zuletzt gesagte besser haften als Ersteres.

Ihre Schwäche auf eine Situation hin schildern

Als Beispiel:

  • Es gibt Situationen bei der Projektplanung, in der ich etwas unorganisiert sein kann. Um jedoch den Überblick zu bewahren, habe ich in der Vergangenheit gelernt jeden Tag eine neue «To-do-Liste» und verfolge diese auch konsequent, da ich eine Person bin, die gerne Ziele erreicht.

Auch hier kann das Wort «jedoch» eingesetzt werden, was fast den gleichen Effekt hat wie das «Aber». Und im Satz ist ersichtlich, dass Sie in der Vergangenheit sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Das HR wird von Ihnen vermutlich den Eindruck erhalten, dass Sie wissen, wie man Probleme angeht, diese löst und sich organisiert, um Ihre Ziele zu erreichen. Ein weiteres Beispiel eine Schwäche im Job-Interview anzugeben:

  • Ich arbeite ab und zu sehr gerne alleine und sehr konzentriert. Dafür nutze ich auch die Zeit, wenn das Team in den Pausen ist. Ich habe festgestellt, dass dies teilweise gegenüber dem Team etwas zurückgezogen und nicht sozial wirkt. Ich habe die Kritik entgegengenommen und reflektiert. Seitdem habe ich gelernt, das Team darüber informiert, wenn ich mich zurückziehe, um konzentriert zu arbeiten.

Nennen Sie keine Schwächen, die auf die Stelle zutreffen. «Ein Buchhalter der etwas ungenau ist», «Ein Verkäufer der morgens früh nicht gerne aufsteht» oder Ähnliches. Diese Art Bekenntnis über Schwächen disqualifizieren Sie für den Job, oder der Personal-Verantwortliche wird sich dabei schnell fragen, ob Sie die richtige Person für den Job sind.

Schwächen in Stärken umzuwandeln, ist keine empfohlene Variante

Verkaufen Sie Ihre Schwäche NIE als eine Stärke, ausser wie oben beschrieben, wenn sich eine Ihrer vermeintlichen Schwächen tatsächlich als Stärke für die Stelle erweist. Beispiel:

  • Sie sind ein etwas unstrukturierter Mensch, der jedoch sehr arbeitswillig ist. Sie machen jetzt Ihre Schwäche zur Stärke und sagen «Ich arbeite sehr viel».

Dies hört sich zwar auf den ersten Blick nach einem sehr engagierten Mitarbeiter an, kann aber bei genauem Hinschauen auch auf einen unorganisierten Mitarbeiter hinweisen. Und im schlimmsten Fall einen, der sein Zeitmanagement nicht im Griff hat oder keinen Ausgleich hat zwischen Privat- und Berufsleben und somit ein Burnout Kandidat sein könnte.

Wir verwenden Cookies zur Unterstützung der Benutzerfreundlichkeit. Wenn Sie auf unseren Seiten weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.